Yoga - Geschichte und Entstehung

 

Die Philosophie des Yoga stammt ursprünglich aus Indien und wird schon seit vielen tausend Jahren von Generation zu Generation überliefert. Die Wurzeln des Yoga, wie es heute praktiziert wird, reichen mindestens 3.500 Jahre zurück. Zwischen dem 2. Jahrhundert vor und dem 2. Jahrhundert nach Christus entwickelte sich das klassisch-philosophische Yoga durch den Gelehrten Patanjali, der Selbsterkenntnis zum Ziel der Yoga-Praxis erklärt. Mit seiner Yoga-Sutra bietet er einen genauen Leitfaden, der sich später zur eigenständigen Methode entwickelt und große Bedeutung auf Konzentration und Meditation legt: den achtgliedrigen Pfad („Ashtanga“).

Die acht Stufen des Yoga` einen Weg auf, wie man zur Erfahrung dieser inneren Einheit gelangen kann.
Diese acht Stufen führen wie durch eine achtstufige Treppe zum Ziel des Yoga, zu Mukti oder Befreiung.

Die acht Stufen lauten:

8. Samadhi - Erleuchtung

7. Dhyana - Meditation

6. Dharana - Konzentration

5. Pratyahara - Zurückziehen der Sinne

4. Prananyama - Zurückhalten der Lebensenergie

3. Asana - Übungen

2. Niyama - Disziplin

1. Yama - Kontrolle
 

Diese `acht Stufen des Yoga` (Astanga Yoga) ist die Basis aller klassischen Yoga-Arten. Die bekannteste Yoga-Art im Westen ist Hatha-Yoga. Sie umfasst generell die ersten 4. Stufen des Astanga-Yoga.

Die oberen Stufen werden vor allem in der Meditation, wie z.B. im Kriya-Yoga geübt.

Die Upanisaden sind alte indische Schriften, die lange als Geheimlehre behandelt wurden. Sie sind Teil der Veden, die das gesamte mystische Volksgut Indiens in Form von Gedichten, Geschichten und Liedern enthalten. Lange Zeit wurden die Inhalte nur mündlich und an ausgewählte Personen weitergegeben. Anerkannt sind 108 Upanisaden, die Schriften befassen sich insgesamt weniger mit mystischen oder rituellen, als mit philosophischen Themen. In den Upanisaden sind auch die Grundlagen des Yoga festgeschrieben, das heute praktizierte Yoga folgt dem Yoga-Sutra von Patanjali.

Entwicklung des Yoga im Laufe der Jahrtausende:

Ursprünglich war Yoga ein sehr spiritueller und meditativer Weg, es wurden vier verschiedene Yogawege unterschieden:

  • Raja oder Kriya Yoga (Meditation)

  • Jnana Yoga, das Yoga der Erkenntnis, das hauptsächlich den Verstand anspricht

  • Karma Yoga, bei dem selbstloses Handeln im Vordergrund steht

  • Bhakti Yoga mit den Hauptelementen der Hingabe und der Verehrung
     

Nach und nach entwickelten sich auch die körperlichen Übungen, die Asanas. Sie dienten anfangs hauptsächlich dazu, den werdenden Yogis die Einhaltung der Körperhaltungen während der Meditation zu erleichtern, zusätzlich sollte Lebensenergie, die sogenannte Kundalinienergie, angesammelt werden. Im Zuge der Weiterentwicklung der Übungen erkannten die Lehrer, dass die Asanas auch Kraft und Kondition verbesserten und allgemein das Wohlbefinden wie auch die Konzentration verstärkten. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich aus diesen Erkenntnissen das körperbetonte Hatha Yoga, das noch heute die Grundlage für die gängigen Yogaformen liefert.

Yoga heute

In der westlichen Welt wurde Yoga erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts bekannt. Allerdings konnten die Menschen mit der spirituellen Zielsetzung nur wenig anfangen, auch der Gedanke, Energie durch bestimmte Körperhaltungen anzusammeln, war dem „zivilisierten“ Menschen sehr fremd. Wofür sich aber immer mehr Menschen begeisterten und noch begeistern, ist die Wirkung, die die regelmäßige Yogapraxis auf den Körper hat. Alle Muskeln werden gestärkt, die Geschmeidigkeit wird deutlich verbessert, Verspannungen lösen sich und kommen nicht wieder. Dadurch verschwinden oft auch körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Migräne.

Aus dem klassischen Hatha Yoga haben sich nach und nach viele moderne Yogawege entwickelt, die zum Teil sehr vom traditionellen Weg abweichen, viele davon wurden vor allem auch durch Schauspieler und andere Prominente bekannt gemacht. 

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